Yashica Half 17 EE Rapid, 1965

Filmformat: Rapidfilm 
Aufnahmeformat: 18x24mm 
Mechanischer Zentralverschluss Copal BR 
Schnellste Verschlusszeit: 1/800 Sek. 
Integralmessung 
Yashinon 3,2cm f/1,7 Objektiv 
Manualfokus 
Selbstauslöser 

Heller und übersichtlicher Sucher im Hochformat. Angezeigt werden im Sucher die Infos über Belichtungszeiten rechts und links die Entfernungssymbole. Am Objektivträger werden die Entfernung und Blenden, oder die Blenden/Zeit-Automatik eingestellt. Die Kamera besitzt einen Messwertspeicher - Auslöser halb gedrückt halten - so werden die zuvor gemessen Werte gespeichert.  Die Kamera wird vollautomatisch durch eine Selenzelle, vorne rund um das Objektiv (keine Batterie nötig!), gesteuert. Ist die Selenzelle defekt, funktioniert die Kamera nicht mehr. Der Filmtransport geschieht über ein Rändelrad, unten hinten links. Es wird mit dem linken Daumen betätigt. Funktioniert bestens. Die Kamera macht einen sehr hochwertigen und soliden Eindruck. Mir gefällt die angenehme Haptik. 

In der Geschichte der Fototechnik wurde mehrfach und bereits früh mit Halbformaten experimentiert. Zu einem Boom führte in den 1960er Jahren die Veröffentlichung der Olympus Pen F (1963), der eine ganze Modellreihe folgte (Pen FT, Pen FV etc.). Auch andere Hersteller wie Minolta, Canon, Yashica und Konica entwickelten daraufhin eigene Halbformat-Modelle. Insgesamt sind 143 verschiedene Halbformatkameras bekannt, hauptsächlich von japanischen Herstellern. Von Yashica wurde das Halbformat fälschlicherweise wegen der Bildanzahl gerne auch als Doppelformat beworben. Die Bezeichnung Doppelformat steht eigentlich für das reguläre 24×36 mm Format im Gegensatz und Vergleich zum 18×24 mm Halbformat.

Die Karat- und Rapid-Filmpatrone kam 1936 als Agfa Karat Filmpatrone auf den Markt. Die noch heute gebräuchliche  135'er Kleinbildfilmpatrone gab es erst ab 1939. Die Rapid-Patrone war mit normalen 35 mm Kleinbildfilm gefüllt, für das Format 24 x 36 mm passten 12 Bilder auf einen Filmstreifen. Erst nach 1945 setzen sich in Deutschland die 135'er Kleinbild-Patronen durch, so wurde es ruhiger um die Karat (Rapid)-Patronen. Kodak kam  1963 mit seinen 126 Instamatic-Filmen auf den Markt, da fehlte Agfa ein Gegenstück zu dem neuen Format. Also wurden die alten Karat-Patronen wiederbelebt und als Rapid-Patronen neu auf dem Markt gebracht. Die einzige Neuerung der kernlosen Metall-Patrone ist die seitlich angebrachte Nase, mit der bei geeigneten Kameras die Filmempfindlichkeit automatisch von 50 ASA auf 100 ASA umgestellt wird, gleichzeitig änderte Agfa das genutzte Filmformat auf die Größe 24 x 24 mm. Allerdings hat Kodak mit ihrem einfacheren System das Rennen um die Gunst der Kunden gewonnen, so stellte Agfa das Rapid System 1972 wieder ein. Wer heute das Rapid-System nutzen möchte sollte sich  dies hier anschauen!

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Wolfgang Bongardt
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