Contax

1932 brachte die Zeiss Ikon AG ihre erste Kleinbildkamera auf den Markt, die Contax. Die Entwicklung wurde geleitet von Emanuel Goldberg. Die erste Contax wurde ab 1936 als Contax I bezeichnet. Sie war als Konkurrenz zur Leica II konzipiert, verfügte aber bereits über ein Objektivbajonett, einen gekuppelten Entfernungsmesser mit sehr großer Messbasis und einen Verschluss aus Metalllamellen. Es folgten 1936 die deutlich verbesserte Contax II (die erste Messsucherkamera überhaupt) und zusätzlich die Contax IIImit integriertem Belichtungsmesser. Die Herstellung endete 1945 mit der Demontage von Zeiss Ikon in Dresden. Damit sollte in Kiew eine Kameraproduktion aufgebaut werden; aufgrund unsachgemäßer Demontage und Transportverlusten war dies jedoch nicht möglich. Zur Erfüllung der Reparationsforderungen wurden 1946 die Maschinen und Werkzeuge bei Carl Zeiss in Jena in leicht entfeinerter Form erneut angefertigt. In geringer Stückzahl kamen bei der Werkzeugerprobung in Saalfeld entstandene Kameras in den Verkauf, bevor die Anlagen 1946 nach Kiew überführt wurden, wo dann bei der heutigen Firma Kiev Camera die Produktion der Kiev II und Kiev III aufgenommen wurde.

 

1972 beendet Zeiss Ikon die Kameraherstellung in Deutschland. Für die Abnahme der Zeiss – Kleinbildobjektive suchte man einen Partner. Eine Kooperation mit Pentax kam nicht zustande; so wurde 1972 ein Kooperationsvertrag mit dem japanischen Kamerahersteller Yashica geschlossen. Ab 1974 entstanden im Rahmen dieser Kooperation zahlreiche Contax-Kameras der unterschiedlichsten Bauarten. Yashica wurde 1983 von Kyorcera übernommen.

Contax-Kameras von VEB Zeiss Ikon (Dresden)

Bereits 1938 war mit der Konstruktion einer Contax-Spiegelreflexkamera begonnen worden. Am 1948 enteigneten Dresdner Standort von Zeiss Ikon, dem VEB Zeiss Ikon, griff man auf diese Entwicklung zurück und brachte 1949 die Contax S heraus. Sie war die erste Spiegelreflexkamera mit Sucherprisma, das ein seitenrichtiges Sucherbild lieferte.

Der erste Spiegelreflex-Sucher für den Einblick in Augenhöhe mit seitenrichtigem, aufrechtem Bild wurde in Ungarn zwar schon am 23. August 1943 von Jenő Dulovits patentiert - er entwarf mit der Duflex[1] (1948 in Serie) auch die erste 35-mm-Spiegelreflex-Kamera für diesen heute üblichen Suchereinblick - allerdings nutzte er noch kein Dachkantprisma sondern einzelne Spiegel.

Ab 1953 kam nach den nur intern als A, B, und C bezeichneten Modellen die technisch wesentlich verbesserte Contax D in den Handel. Sie trug den Buchstaben „D“ nun erstmals auf dem Gehäuse (die gelegentliche Behauptung „D“ stehe für „Dachkantprisma“ oder „Dresden“ ist nicht richtig[2]). Ab 1956 folgte die Contax E mit Belichtungsmesser, 1957 die Contax F. Da die Rechte am Namen Contax in der Bundesrepublik Deutschland und in Westeuropa bei Carl Zeiss in Oberkochen lagen, wurde für Exporte dorthin der Name Pentacon verwendet. In den USA wurden die Dresdner Contax-Kameras unter den Namen Astraflex, Consol, Hexacon und Ritacon verkauft. 1958 wurde der Name Pentacon generell für die ehemaligen Contax-Kameras verwendet.

Contax-Kameras von Zeiss Ikon (Stuttgart)

Nach Verlegung des Firmensitzes der Zeiss Ikon AG an den Stuttgarter Unternehmensstandort wurde dort eine Produktion von Messsucherkameras aufgebaut. 1950 erschien die vollständig neu konstruierte Contax IIa, 1951 die Contax IIIa. Diese waren gegenüber den Vorkriegsmodellen deutlich verkleinert, außerdem stand eine Blitzsynchronisationzur Verfügung. Die Kameras wurden 1962 eingestellt, da sich Zeiss Ikon auf Spiegelreflexkameras konzentrierte. Diese bekamen die Namen Contaflex, Contarex, Icarex sowieSL 706 und wurden bis 1972 gebaut.

 

Quelle: wikipedia

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Wolfgang Bongardt
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