Agfa Pocket, Pocketfilm

 

 

Als Pocketkamera bezeichnet man in der Fotografie eine Kamera, die in die Hosentasche (Pocket) passt. Den Eigenname Pocketfilm (Typ 110) verwendet ein 1972 von Kodak eingeführtes System, das mit Filmkassetten arbeitete.

 

Es gab die Agfa Modelle 1008, 2008, 3008, 4008, 5008 und 6008, wobei die 8 bereits auf den Topflash-Anschluss hinweist. Die 1008 kam als ganz einfache Kamera mit einer Belichtungseinstellung daher, die 2008 für rund 100 DM mit zwei Einstellungen (Sonne und Wolken), die 3008 mit drei Einstellungen. Alle besaßen ein Fixfokus-Objektiv mit Lichtstärke 11,0 beziehungsweise 6,3 bei der 3008. Die 4008 für ca. 180 DM bot Entfernungseinstellung und elektronische Belichungssteuerung bis zu 15 s Verschlusszeit, was Nachtaufnahmen erlaubte. Die Topmodelle hatten ein mit f/2,7 lichtstarkes Objektiv, das sich bis auf 50 cm fokussieren ließ sowie eine eingebaute Nahlinse, die es sonst als Zubehör gab. Bei allen geschah der Filmtransport durch zusammendrücken der Kamera, was sich mit dem Slogan Ritsch-Ratsch-Klick enorm werbewirksam einsetzen ließ. In der Ruhestellung waren Objektiv und Sucher abgedeckt. Später kamen die Modelle 2008 telepocket und 4008 telepocket mit zuschaltbarer Vorsatzlinse heraus, 1978/79 noch die Serie 901 mit eingebauten Motor, die sich dann aber nicht mehr zusammendrücken ließ.

 

Mit allen Pocketkameras konnte man aufgrund ihres geringen Gewichts leicht verwackelte Bilder erzeugen, davon abgesehen ließen sich aber problemlos qualitativ gute Ergebnisse erzielen.

 

Nachdem es eine Zeit lang so schien, als sei der Pocketfilm unwiederbringlich verloren, hat sich die in Wien beheimatete Lomography dessen angenommen und präsentiert mit dem Orca 110 einen Schwarzweißfilm, konfektioniert im Format 110.

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Wolfgang Bongardt
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