Chinon

Chinon wurde in den 1980er-Jahren vor allem durch preiswerte Spiegelreflexkameras bekannt. Darüber hinaus wurden zahlreiche Kompakt- und Super-8-Kameras hergestellt.

Von 1988 bis 1995 produzierte Chinon auch CD-ROM-Laufwerke. Chinon entwickelte später zahlreiche Digitalkameras für Kodak, die 1997 eine Mehrheitsbeteiligung erwarben und das Unternehmen 2004 komplett als K.K. Kodak Digital Product Center übernahmen.

2006 verkaufte Kodak das Unternehmen an Flextronics. Flextronics, ein Electronic-Manufacturing-Services-Anbieter, gliederte das Unternehmen als Flextronics Digital Design Japan ein. Im März 2009 wurde das R&D-Center in Japan in ein Joint-Venture mit der Taiwaner Firma Asia Optical eingebracht, an dem Flextronics 20 % halten wird.

 

In Deutschland wurden Produkte von Chinon überwiegend vom Versandhaus Quelle unter der Eigenmarkte Revue bzw. Revueflex verkauft. Ebenso handhabten es der schweizer Kamerahersteller Alpa und das amerikanische Warenhaus Sears. Agfa hatte äußerlich modernisierte Chinon-Spiegelreflexkameras unter dem Namen Agfa Selectronic im Programm.

 

Die Spiegelreflexkameras wurden zuerst mit M42-Objektivgewinde, später mit dem verbreiteten Pentax-K-Bajonett (PK-Bajonett) ausgestattet. Chinon entwickelte Anfang der 1980er Jahre ein Autofokusobjektiv, das – anders als bei Pentax – die gesamte Steuerung und den Motor zum Scharfstellen enthielt. Dadurch waren die Autofokusobjektive für diese Kamera nicht mit denen von Pentax kompatibel, auch nicht mit den bei Pentax später hinzugekommenen Objektiven mit Powerzoom. Außerdem waren die Kontakte, die weitere Einstellungen zwischen Objektiv und Kamera übertragen, bei Chinon anders angeordnet als bei Pentax, so dass die Objektive zwar mechanisch gegenseitig ausgetauscht werden konnten, die neueren Funktionen (wie Erkennen und Einstellen der Blende oder der Brennweite) nicht nutzbar waren. Eine Besonderheit früherer Chinon-Spiegelreflexkameras mit PK-Bajonett war der in der unteren bis mittleren Preisklasse ansonsten eher seltene Abblendhebel. Mit ihm ließ sich die Blende schon vor der Aufnahme zur Kontrolle der Schärfentiefe schließen. Damit eigneten sich bereits günstige Modelle für ambitionierte Amateurfotografen, die bei der Bildgestaltung gezielt die Schärfen- und Unschärfenverteilung als Gestaltungsmittel einsetzen wollten

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Wolfgang Bongardt
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