Nikon F70, 1994

Die Nikon F70 (oder N70  in den USA) ist eine SLR - Kamera und kam Ende 1994 auf den Markt, sie ist der Vorgänger der F80 von Nikon. Die F70 bietet alle Möglichkeiten der analogen Fotografie auf ziemlich hohem Niveau. Das Bedienkonzept auf dem großen farbigen Display war damals revolutionär… und kam leider nicht an. Heute unterscheidet es sich kaum von den aktuell bekannten Kameramenüs. Die F70 ist für ihre ungewöhnliche Benutzeroberfläche bekannt, eine Kombination aus Bedienknöpfen zusammen mit dem Daumenrad lässt den Benutzer gut durch die Einstellungen navigieren. Die Bedienung ist durchaus anders im Vergleich zu anderen Spiegelreflexkameras der gleichen Epoche.Technisch hervor zu heben ist das sehr leise Autofokus-System, es ist mit einem Kreuzsensor mit besonders breitem Messfeld ausgestattet. Hervorzuheben ist auch das leistungsstarke eingebaute Blitzgerät mit der Leitzahl 14, es kann gleichzeitig mit einem externen Blitzgerät betrieben werden. Es wurde auf der Kamera etwas höher positioniert als damals üblich und kann dadurch ohne Abschattung mit einer größeren Anzahl von Objektiven kombiniert werden. Es leuchtet den Bildwinkel eines 28 mm-Objektives aus. Durch die spezielle Nikon Blitztechnik ist ein präzises Arbeiten selbst in Lichttechnisch schwierigen Situationen möglich. Als erste Kamera mit integriertem Blitzgerät ist bei der F70 sogar das sogenannte “Drei-D-Multi-Sensor-Aufhellblitzen“ möglich. In der F70 wird die Blitzleistung durch einen Nikon-Fünf-Zonen-TTL-Sensor gesteuert. Vor dem Hauptblitz ermittelt dieser Sensor die Helligkeitsverteilung mit Hilfe von nicht wahrnehmbaren Messblitzen. Die F70 verfügt über das gängige Nikon-F-Bajonett und ist des Weiteren für den Anschluss der fortschrittlichen AF-S und VR Objektive geeignet. Bei dem Einsatz älterer Objektive ohne CPU ist nur der manuelle Belichtungsabgleich möglich. Neben diesem stehen Multi - Programmautomatik, Blendenautomatik und Zeitautomatik zur Verfügung. Die Messung selbst kann mit 3D-Matrixmessung, mittenbetonter Messung und Spotmessung erfolgen. Die 3D-Matrixmessung arbeitet mit 10 Messfeldern und errechnet anhand einer umfangreichen Datenbank von Belichtungssituationen die optimalen Aufnahmewerte für Blende und Zeit. Damit werden z.B. auch komplizierte Gegenlicht- und Nachtaufnahmen möglich. Die Belichtungskorrektur kann in halben Blendenstufen bis zu ± drei Blenden erfolgen. Zusätzlich steht noch ein Modus für Belichtungsreihen zur Verfügung, der zwei oder drei Aufnahmen mit einer Streuung von bis zu zwei Blenden ermöglicht. Die Kontrolle der Schärfentiefe erfolgt über die eingebaute Abblendtaste. Filmempfindlichkeiten können per DX-Kodierung oder manuell von ISO 6/9° bis ISO 6400/39° eingestellt werden. Die Verschlusszeiten reichen von 30 bis zu 1/4000 Sek. Der schnelle Autofokus wird von dem Nikon Modul Multi-CAM900 mit fünf einzeln wählbaren Messfeldern gesteuert und verfügt über zahlreiche Betriebsarten. Neben der manuellen Fokussierung kann man auf Einzel-AF und kontinuierlichen AF umschalten. In Kombination mit Einzelfeld-AF und dynamischen AF ist man sowohl für Aufnahmen statischer Objekte, als auch für bewegte Objekte mit kompliziertem Bewegungsmuster gerüstet. Weitere Funktionen sind: Ein beleuchtetes Display, es ist ein besonders großes LCD-Feld mit farbcodierter Anzeige zur einfacheren Handhabung. Zur Wahl der gewünschten Aufnahmefunktion genügt ein Knopfdruck auf die Eingabetasten, deren Farbe auf entsprechende Bereiche im großen LCD-Feld abgestimmt ist. Es ist, wie ich finde, ein geniales Bedienkonzept. Ein Selbstauslöser, einen Anschluss für einen Drahtauslöser und die Blitzleistungskorrektur gehören zur umfangreichen Ausstattung.

Fazit: In dem großem Angebot analoger Kameras gibt es heute zu Dumpingpreisen jede Menge guter Kameras. Mit der Nikon F70 fotografiert  man für wenige € mit der (fast) Profiklasse der 90er Jahre. 

Manko: Wie bei fast allen Nikon's aus dieser Epoche, kleben die Gummierungen. Auf eine Nachfrage direkt bei Nikon kam nur die Antwort, dass man die Gummierung bei einem Service-Partner austauschen lassen kann. Angesichts des Preises von ca. 150 € für die "Reparatur" ist die Antwort von Nikon schon fast unverschämt. Man kann dann auch sarkastisch argumentieren: Die klebrige Kamera liegt so sicherer in der Hand. Bei der Oben gezeigten Nikon klebte "nur" die Rückwand. Sie wurde gereinigt und der klebrige Belag aufwendig (mit Lösungsmittel abgewaschen und dann mit feinem Schleifpapier (Körnung 1000) abgeschliffen. Übernehme aber keine Gewähr, ob das immer so gelingt!

 

Am 14.01.2022 schrieb Diemo Reinhardt:

"Ich empfehle da immer Spiritus und ein altes Tuch.

Ich bitte um Ergänzung damit die Leute ihr Gerät nicht unnötig beschädigen".

 

Technische Daten:

  • Produktionszeitraum: 1994 - ?
  • Bajonettyp: AF-D
  • Verschluss:
  • Verschlusslamellen: Aluminium Lamellen
  • Verschlusssteuerung: Lithium-Niobat-Oszillator
  • Verschlussablauf: Vertikal
  • Verschlusszeiten: 1/4000 - 30s, B
  • Synchronzeit: 1/125 s
  • Belichtung:
  • Belichtungssteuerung: M, A, S, P
  • Messwertanzeige im Sucher: LCD
  • Messmethode: 3D-Matrixmessung, Spotmessung, 75/25%
  • Messbereich: EV -1 bis +20
  • Messzellen: SPD (8 Messzonen)
  • ISO-Bereich: 6 - 6400
  • Belichtungskorrektur: +5 EV / -5 EV
  • Messwertspeicher: Ja
  • DX-Abtastung: Ja
  • Sucher:
  • Wechselsucher: Nein
  • Standard-Mattscheibe: Brite-View B
  • Wechselbare Mattscheiben: Keine
  • Sucheranzeigen: Belichtungsmesser, Verschlusszeit, Blende, Blitzbereitschaft, Autofokus, Belichtungskorrektur
  • Sucherbeleuchtung: Ja
  • Sucher-Bildfeld: 92%
  • Autofokus:
  • AF-Sensormodul: CAM 274
  • AF-Messbereich: EV -1 bis +19
  • AF Messfeld umschaltbar: Ja
  • AF-Schärfenachführung: Ja
  • Blitzsteuerung:
  • Eingebauter Blitz: Ja
  • Leitzahl 14
  • Ausleuchtung bis Brennweite28
  • ISO-Bereich TTL-Steuerung 25 - 1000
  • Automatischer Aufhellblitz: Ja
  • Messblitze: Ja
  • Synchronisation auf den 2. Verschlussvorhang: Ja
  • FP-Kurzzeitsynchronisation: Nein
  • Ausstattung:
  • LCD-FeldJa
  • Rückspulung: Motorisch
  • Spiegelarretierung: Nein
  • Okularverschluss: Nein
  • Dioptrieneinstellung: Nein
  • Abblendtaste: Nein
  • Drahtauslöser: MC-20/30 Kabel
  • Motorantrieb/Bildfrequenz: Eingebaut/2.0-3.7
  • Systemzubehör:
  • Großes Batterieteil: Nein
  • Datenrückwand F 70D
  • Sonstiges:
  • Abmessungen: 151 x 103 x 70 mm
  • Gewicht: 585 g.
  • Bemerkungen: Die erste Nikon mit farbigem LCD-Feld.
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Wolfgang Bongardt
© 2011 CAMERAS AND MORE
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